
Die Bestimmung des Lesetermins war dieses Jahr wieder äußerst spannend. Nach dem frühen Herbsteinbruch mit starken Niederschlägen, hatten wir und viele andere Winzer schon die Sorge, dass der Jahrgang 2008 nicht mehr richtig reif werden würde: Die Mostgewichte stiegen über Wochen hinweg nur minimal und die Trauben bekamen auch nur wenig Wärme ab, so dass auch die Gehalte an Fruchtsäuren nur ganz langsam sanken. Mit dem Ende der Kälteperiode entwickelten die Trauben sich dafür um so schneller und, wie schon 2007, regten kühle Nächte die Pflanzen zur verstärkten Bildung von Aromastoffen an. Nun hieß es Geduld bewahren, um die Lese möglichst lange hinauszuzögern. Dabei gilt es, täglich den Wetterbericht zu studieren, und dabei auf das Ausbleiben von Regenfällen zu spekulieren. In der Zwischenzeit werden die Trauben täglich aromatischer - aber auch täglich weniger, denn Bienen, Hornissen, Wespen und Vögel wissen vollreife Trollinger-Trauben ebenfalls sehr zu schätzen :-). Woche für Woche hatten wir Freunde und Familie in "Lesebereitschaft" versetzt, um dann angesichts des nahezu idealen Witterungsverlaufes dieses Herbstes die Lese wieder und wieder um eine Woche zu hinauszuschieben.