
Es ist immer etwas Besonderes, wenn wird einen Wein, den wird einen Sommer lang auf dem Weinberg gehegt und gepflegt haben und der über den Winter Monate lang im Fass gerefit ist, in Flaschen füllen. Auf der einen Seite freut man sich, weil der gesamte Prozess der Weinherstellung mit dem Verkorken der Flaschen abgeschlossen ist. Auf der anderen Seite hat man ab dem Moment keinerlei Möglichkeit mehr, Einfluss zu nehmen - die weitere Entwicklung macht der Wein ganz allein.
Nach gründlicher Planung und Vorbereitung und einem Tag Arbeit war dann der 2009er in etwa 80 Dreiviertelliter-Flaschen gefüllt und alle Tanks und Geräte gereinigt. Entscheidend ist, alle Geräte, die mit dem Wein in Berührung kommen, peinlich sauber zu halten. Vor der Abfüllung wird alles eine halbe Stunde lang mit kochend heißem Wasser sterilisiert so dass es zu keiner Nachgärung in der Flasche kommen kann. Den Wein selbst erhitzen wir nicht, sondern füllen ihn "kaltsteril" ab. Das bedeutet, er fließt, kalt wie er ist, durch einen Schichtenfilter, der so fein ist, dass sogar Hefen und Bakterien zurückgehalten werden. Auf dem Foto kann man den ganzen Aufbau sehen: Links das Fass, in dem der Wein die letzten Monate gereift ist, unten die Pumpe und darüber der besagte Schichtenfilter. Das zweite Bild zeigt die sauberen Flaschen beim Abtropfen, die darauf warten befüllt zu werden.
Eine erste Verkostung am Abend nach getaner Arbeit war schon recht vielversprechend, wobei der Wein einen etwas verschlossenen Eindruck machte. Das war aber auch nicht anders zu erwarten, denn die Abfüllung ist auch für den Wein eine rechte Strapaze und er braucht einige Tage, um zu seiner alten Form zurück zu finden.